Paläogeografie in der Unterkreide-Zeit, Abbildung des Geologischen Dienstes NRW. Der Geologische Dienst NRW ist die geowissenschaftliche Einrichtung des Landes NRW: "Wie erforschen den Untergrund und die Böden in NRW, sammeln alle Geo-Daten und stellen diese in Onlinediensten und Datenportalen frei zur Verfügung. Geo-Daten sind unverzichtbar – für ein sicheres und lebenswertes NRW!"
Über die Entstehung der versteinerten Strandrippel auf den Dörenther Klippen habe ich intensiv recherchiert. Speziell zu den Dörenther Klippen hat mir der Geologische Dienst NRW Fragen beantwortet. Nachfolgend die Auskünfte von Dr. Bettina Dölling.
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Vor etwa 140 - 110 Millionen Jahren, in der Unterkreidezeit, sind die Meeresablagerungen der Gesteine des Teutoburger Waldes entstanden. Sie gehören zur Gesteinsformation des Osning-Sandsteins, die heute den Namen Osning-Formation trägt. Die Sandsteine der Dörenther Klippen mit ihren versteinerten Wellenrippeln gehören zur Dörenthe-Subformation der Osning-Formation. Sie sind dabei vor etwa 120 – 110 Millionen Jahren entstanden.
Vor etwa 130 Millionen Jahren, während der höheren Unterkreidezeit, im sogenannten Hauterivium, wurde das heutige Münsterland randlich von einem aus Norden kommenden Meer überflutet. In der Grafik ist die Paläogeografie zu dieser Zeit dargestellt. Die Verteilung von Land und Meer blieb in den folgenden 20 Millionen Jahren, das heißt auch während der Entstehungszeit der Dörenthe-Subformation, mehr oder weniger konstant. Die Sandsteine der Osning-Formation und somit auch der Dörenthe-Subformation sind tatsächlich Flachwasserablagerungen, die man als Strandablagerungen und möglicherweise auch Wattablagerungen interpretieren kann. Im Brandungsbereich kam es häufig zu küstenparallelen Umlagerungen des Materials. Daher sieht es überall sehr gleichförmig aus. Neben Sandrippeln sind auf den Schichtflächen auch oft Fraß- oder Lebensspuren von Organismen erhalten, die den Meeresboden bewohnten. Örtliche Einlagerungen von Kies und Sand belegen Bereiche ehemaliger Flussmündungen.
Nach Ablagerung der Sedimente der Osning-Formation kam es am Ende der Unterkreidezeit, vor etwa 100 Millionen Jahren, zu einem weiteren Anstieg des Meeresspiegels, bei dem fast das gesamte heutige Münsterland im Meer versank. Diese jüngeren Meeresablagerungen wurden zusammen mit den Gesteinen der Osning-Formation als Fernwirkung der Entstehung der Alpen während der Oberkreidezeit, vor etwa 90 – 80 Millionen Jahren, entlang des heutigen Teutoburger Waldes herausgehoben und steil aufgerichtet.
Durch die steile Aufrichtung der Gesteinsschichten ist alter Meeresboden auf dem Bergkamm freigelegt. Die Felsen wurden im Lauf der Oberkreide-Zeit, vor etwa 90 – 80 Millionen Jahren, steil hochgekippt und mit ihnen das Land in die Höhe gehoben. So liegt das Burgstädtchen Tecklenburg heute 190 Meter über dem Meeresspiegel. Die Felsen der Dörenther Klippen sind ebenfalls auf dem Bergkamm des Teutoburger Waldes zu sehen. Die bekannteste Sandsteinformation, das "Hockende Weib" auf Ibbenbürener Gebiet, ist bis zu 159 Meter hoch.
Bei meinen Erkundungen der Felsen waren die versteinerten Rippel am deutlichsten an der Felsformation Dreikaiserstuhl zu sehen, die auf Brochterbecker Gebiet im Bocketal liegt. Der Dreikaiserstuhl und der Königstein sind herausragende Felsen des rund 4 km langen Bandes von Felsgruppen, die allesamt als Dörenther Klippen bezeichnet werden und zu denen auch das sagenumwobene "Hockende Weib" auf Ibbenbürener Territorium gehört. Um diese Felsformation rankt sich eine Sage, nach der eine Mutter zu Stein wurde, als sie ihre Kinder vor der nahenden Flut retten wollte.
HOCKENDES WEIB
Die Sage
Vor sehr langer Zeit strömte das Meer oft tief bis ins Land. Es rauschte eine große Wasserflut heran. Eine arme Witwe musste mit ihren Kindern auf den Berg fliehen. Als das Wasser sie einholte, nahm sie ihre Kinder auf ihre Schultern und begann zu beten.
Als das Wasser wieder sank, war sie zu Stein geworden. Als Felsblock hatte sie in den Fluten ihre Kinder getragen, die unversehrt die Flut überstanden.
Versteinerte Rippel auf versteinertem Strandboden: Das ist im Teutoburger Wald auf den Sandsteinfelsen der Dörenther Klippen zu finden. Hier sind die Rippelmarken Zeugen der Erdgeschichte, rund 120 Millionen Jahre alt - einzigartige Fingerabdrücke der Natur.
Ich habe diese fossilen Strandrippel auf dem Bergrücken des Teutoburger Waldes in meiner Heimat aufgespürt. Die Versteinerungen sind an den einzelnen Felsengruppen unterschiedlich stark ausgeprägt. Viele meiner Aufnahmen sind bei den Sandsteinfelsen Dreikaiserstuhl auf Brochterbecker Gebiet im Bocketal entstanden. Die Struktur der fossilen Rippen ist eindrucksvoll zu sehen.
RIPPELMARKEN
Wunderschöne Wellenmuster, die wir rund um den Globus finden: Rippel (Rippelmarken) bilden sich auf Gewässern, Meeresböden, am Strand, bei Ebbe und Flut, auf Dünen. Sie entstehen in jedem Augenblick neu und verändern sich auf Wasseroberflächen innerhalb eines Wimpernschlags, im Sand innerhalb weniger Momente.
Als versteinerte Fossilien im Teutoburger Wald erzählen sie uns von rund 120 Millionen Jahren Erdgeschichte.
Die wellenartigen Muster spiegeln den Seegang des Meeres. Während unsere Fußspuren im Sand schneller herausgewaschen werden, bleiben sie über längere Zeit bestehen. Rippelmarken, oder kurz Rippel, sind nach dem englischen Wort "ripple" benannt ("kleine Welle", "Kräuselung").
Die britische Wissenschaftlerin Hertha Ayrton forschte als erste zur Entstehung von Rippeln. Sie beschrieb schon 1910 die physikalischen Mechanismen.
Forschende streuten zum Beispiel Pfeffer oder sehr feinen Sand auf bestehende Rippel im Labor, um die sehr komplizierten Strömungen sichtbar zu machen.
In der "Physik der granularen Materie" wird nach wie vor erforscht, wie sich feinkörniges Material unter dem Einfluss von Wind und Wasser verhält.
Inzwischen gibt es mathematische Gleichungen, die die Bewegung der Sandkörner zwischen den einzelnen Rippeln beschreiben. Dennoch fällt die Simulation schwer. Wichtig kann dies zum Beispiel im Zusammenhang mit der Versandung von Flüssen sein.
Für Wissenschaftler:innen sind Meeresböden eine Quelle an Informationen. Sie sind sozusagen ein Archiv längst vergangener Umweltbedingungen. Zum Beispiel können Schadstoffe angereichert und gespeichert werden. Zugleich ist der Meeresboden ein wichtiger Lebensraum für Pflanzen und Tiere und übernimmt viele Ökostemfunktionen.
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SABINE BRAUNGART
KREATIVBÜRO
Am Mühlenbach 15
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Tel. 05455 960153
Fax 05455 960154
sb@sabine-braungart.de
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